Initiative "Zukunft Mensch" e.V.     

 

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Die heilenden Wunden des Abdul Hadi

Ärzte der Asklepios Klinik Birkenwerder operierten Jungen aus Afghanistan
Seit dem 7.Oktober 2001 fallen Bomben auf ein Land, das zu den ärmsten der Welt gehört. Die Zahl der zivilen Opfer in Afghanistan steigt täglich. Darunter sind auch Kinder. Abdul Hadi ist eines von ihnen.

Der Sechsjährige erlitt Verbrennungen dritten Grades am Hals, an den Armen und am Oberkörper. Ein Team der Asklepios Klinik Birkenwerder operierte den Jungen. Als der Krieg begann, war Abdul noch nicht einmal drei Jahre alt. Bei einem Manöver, das einer vermeintlich militärischen Einrichtung galt, wurde auch sein Elternhaus getroffen. Dabei erlitt das Kind Verbrennungen dritten Grades im Hals- und Dekolletee-Bereich und an beiden Axelhöhlen. Während des Heilungsprozesses bildeten sich starke Verwachsungen.

Abdul konnte seine Arme kaum heben und seinen Hals nur unter Qualen drehen. Die Ärzte wussten, dass sich die hieraus ergebenden Fehlhaltungen im Wachstumsprozess verschlimmern würden. Auch zukünftige Haltungsschäden waren zu erwarten.

Über die Stifung „ Friedensdorf International“, die Kinder aus Afghanistan holt, um sie in deutschen Kliniken behandeln zu lassen, kam Abdul schließlich in die Asklepios Klinik Birkenwerder. In der Abteilung für Plastische Chirurgie wurde er von Chefarzt Dr. Ueberreiter persönlich behandelt. Um die Behinderung der Armbewegungen zu korrigieren, führte Dr. Ueberreiter im Bereich der Achselhöhlen eine beidseitige Dehnungsplastik zur Auflösung der Narbenstränge durch. Die Wundheilung verlief komplikationslos. Bereits nach einer Woche konnte der kleine Patient mit intensiver krankengymnastischer Betreuung beide Arme bis über die Schultern heben.

Zur Korrektur der narbigen Verwachsung im Halsbereich wurde diese herausgeschnitten. Anschließend wurde der so entstandene Defekt mit Haut, die zuvor aus beiden Leisten entnommen worden war, gedeckt. Hierbei kam es aufgrund mangelnder, aber einem Sechsjährigen nur schwer zu vermittelnden Ruhigstellung des Halses, zu einer verzögerten Wundheilung mit kleinflächigem Hautverlust, die einen etwas verlängerten postoperativen stationären Aufenthalt notwendig machte.

Dennoch konnte Abdul Hadi nach nur drei Wochen stationärem Aufenthalt am 27.04.2004 mit reizlosem Wundbefund von seinen Betreuern aus der Klinik abgeholt werden. Anschließend blieb das Kind noch eine Zeit lang in Deutschland. Täglich bekam er intensive Krankengymnastik, um die jetzt möglich gewordene Normalisierung der Haltung zu trainieren.

Das Team um Dr. Ueberreiter ist sicher, dem Jungen aus Afghanistan durch die Behandlung die Möglichkeit eines altersgerechten Wachstumsverlaufs ohne sich verstärkende Fehlhaltungen zurückgegeben zu haben. Durch die Operation und die anschließende Krankengymnastik kann Abdul in dieser wichtigen körperlichen Entwicklungsphase künftig mit Altersgenossen mithalten und alle sportlich-spielerischen Erfahrungen teilen.

Dr. Ueberreiter wird ein Auge auf die Entwicklung dieses Patienten haben. Denn insbesondere bei einem schnellen und starken Wachstum in der Pubertät könnten sich noch weitere Einschränkungen im Hals- oder Dekolletee-Bereich zeigen. Dann müsste über die Möglichkeit einer weiteren Operation nachgedacht werden. „Diesen Eingriff würden wir an unserer Abteilung natürlich gerne durchführen. Abdul Hadi ist uns immer willkommen“, verspricht Dr. Ueberreiter.

Die Geschäftsführerin der Asklepios Klinik Birkenwerder, Daniela Wolarz-Weigel versichert: „Unser Haus zählt seit Jahren zu den Partnern von „Friedensdorf International“. Entsprechend den wirtschaftlichen Möglichkeiten ist dieses Engagement für uns selbstverständlich und wir werden auch weiterhin für diese Patienten da sein.“

Dr. Klaus Überreiter

Asklepios Klinik Birkenwerder
Hubertusstr. 12-22
16547 Birkenwerder

Tel.: 03303/ 522 108
www.Asklepios.com/birkenwerder